Es gibt Arbeitswege im Taunus, für die es keine sinnvolle Alternative zum Auto gibt. Eine Baustelle, die jede Woche woanders liegt. Ein Pflegedienst, der von Haus zu Haus fährt. Eine Frühschicht, die vor dem ersten Zug beginnt. Für diese Fälle ist das Auto kein Bequemlichkeitsgerät, sondern Arbeitsmittel. Für alle anderen lohnt sich ein nüchterner Vergleich.
Zwei Straßen, an denen der Taunus hängt
Der östliche Kerntaunus ist über die Bundesautobahn 661 an Frankfurt angebunden. Sie beginnt in Oberursel und führt über Bad Homburg vor der Höhe, Frankfurt am Main und Offenbach bis nach Egelsbach; für Pendler aus dem Hochtaunuskreis ist sie damit der kürzeste Draht in die Stadt und, an den falschen Tagen, auch der vollste.
Weiter westlich übernimmt die Bundesstraße 8. Sie führt aus Frankfurt in den Main-Taunus-Kreis, berührt dort unter anderem Bad Soden am Taunus und Kelkheim, läuft weiter über Glashütten und erreicht Königstein im Taunus. Wer im Vordertaunus zwischen diesen Orten wohnt, fährt in der Regel über sie – auch dann, wenn das Navigationsgerät je nach Tageszeit etwas anderes vorschlägt.
Wie lange eine dieser Strecken tatsächlich dauert, steht in keinem Ratgeber. Es hängt an der Uhrzeit, am Ziel innerhalb Frankfurts und an dem, was auf der Strecke gerade gebaut wird. Die einzig belastbare Auskunft ist die, die Sie sich selbst verschaffen: einmal hin und einmal zurück, an einem gewöhnlichen Werktag, zu Ihren echten Zeiten.
Was das Auto leistet
Der Vorteil ist Unabhängigkeit vom Takt. Sie fahren, wann Sie losfahren, und Sie kommen dort an, wo Sie hinmüssen – auch wenn das ein Gewerbegebiet ohne Haltestelle ist. Bei Schichtdiensten, bei Wegen mit Zwischenstopp an einer Kita und bei Arbeitsplätzen in der Fläche ist das oft nicht durch eine Verbindung zu ersetzen.
Der zweite Vorteil ist steuerlicher Art und wird häufig übersehen. Die Entfernungspauschale ist im Kalenderjahr grundsätzlich auf 4.500 Euro begrenzt; diese Grenze gilt jedoch nicht, soweit ein eigener oder ein zur Nutzung überlassener Kraftwagen benutzt wird. Wer weit fährt und dabei selbst am Steuer sitzt, stößt also nicht an den Deckel. Wie die Pauschale im Übrigen gerechnet wird und welche Strecke maßgeblich ist, steht im Beitrag zur Entfernungspauschale.
Was das Auto kostet
Die ehrliche Rechnung enthält mehr als den Kraftstoff. Sie enthält den Wertverlust, die Versicherung, die Steuer, den Reifensatz, die Werkstatt – und den Stellplatz am Ziel. Gerade der letzte Posten wird beim Umzug von einer Stelle im Taunus zu einer in der Innenstadt gern vergessen und ist dort selten kostenlos.
Sie enthält außerdem eine Zeitgröße, die anders zählt als bei der Bahn. Zeit am Steuer ist nicht verwendbar. Sie ist keine Arbeitszeit, sie ist aber auch keine Erholung.
Und sie enthält ein Risiko. Der Weg zur Arbeit steht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, aber nicht unbegrenzt und nicht auf jedem Umweg. Wer das Auto benutzt, sollte wissen, wo die Grenze verläuft; der Beitrag zum Wegeunfall beschreibt sie am Gesetzeswortlaut.
Wenn das Auto dem Arbeitgeber gehört
Ein Dienstwagen verändert die Rechnung vollständig, und nicht nur zum Guten. Die private Nutzung ist ein geldwerter Vorteil, und für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte kommt ein zusätzlicher Betrag hinzu, der sich nach der Entfernung bemisst. Bei einem weiten Arbeitsweg aus dem Taunus in die Stadt kann dieser Zuschlag den Vorteil spürbar verkleinern. Die Einzelheiten samt Gesetzeswortlaut stehen im Beitrag zum Dienstwagen.
Wo die Rechnung kippt
Drei Situationen sprechen im Taunus regelmäßig gegen das Auto.
Die erste ist das Ziel mitten in Frankfurt. Je zentraler der Arbeitsplatz, desto teurer der Stellplatz und desto zäher die letzten Kilometer – während die Bahn genau dort ihre Stärke hat. Wer im Bankenviertel arbeitet und im Vordertaunus wohnt, fährt mit der Schiene fast immer besser.
Die zweite ist der Arbeitgeber, der ein Ticket bezuschusst. Ein steuerfreier Zuschuss nach § 3 Nummer 15 des Einkommensteuergesetzes ist Geld, das ungeschmälert ankommt; einen vergleichbaren Zuschuss zum Kraftstoff gibt es in dieser Form nicht.
Die dritte ist die kurze Strecke. Innerhalb des Taunus, von einem Ort zum Nachbarort, ist das Auto oft schlicht überdimensioniert – und ein vom Arbeitgeber überlassenes Fahrrad steuerlich ausgesprochen freundlich behandelt. Der Beitrag zum Jobrad erklärt, warum diese Leistung die Entfernungspauschale als einzige nicht schmälert.
Am Ende ist die Wahl des Verkehrsmittels keine Weltanschauung, sondern ein Ergebnis. Rechnen Sie beide Wege einmal vollständig durch – mit Zeit, mit Geld und mit dem, was der Weg mit Ihrem Abend macht.
Und was ist gerade in Ihrer Nähe offen?
Im Stellenmarkt stehen die offenen Stellen nach Ort geordnet – von Bad Homburg und Oberursel bis Idstein und Bad Schwalbach – und dahinter die Häuser, die sie ausschreiben.