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Bewerbung

Warum die Initiativbewerbung hier mehr trägt

In einer Großstadt ist die Initiativbewerbung ein Schuss ins Dunkle. In einer überschaubaren Gegend mit wenigen Arbeitgebern je Fach ist sie das wirksamste Werkzeug, das Bewerber haben – wenn sie richtig gebaut ist.

4 Min. Lesezeit von Steven Schulz

Die Initiativbewerbung hat einen schlechten Ruf, und in einer Millionenstadt ist er verdient. Wer sich unaufgefordert bei einem Konzern meldet, landet in einem Bewerberpool, den niemand durchsieht, weil ohnehin auf jede ausgeschriebene Stelle genug Zuschriften kommen. In einer Gegend wie dieser gilt das Gegenteil.

Warum der Unterschied so groß ist

Drei Dinge machen den Taunus zu einem guten Boden für die unaufgeforderte Bewerbung.

Das erste ist die Größe der Arbeitgeber. Ein Betrieb mit dreißig Beschäftigten hat keinen Bewerberpool, sondern einen Ordner. Wenn dort eine Bewerbung liegt, die fachlich passt, erinnert sich jemand daran, sobald eine Stelle frei wird. In einem Haus mit zwölftausend Beschäftigten erinnert sich niemand an irgendetwas.

Das zweite ist der Aufwand einer Ausschreibung. Für einen kleinen Arbeitgeber ist eine Stellenanzeige Arbeit und Geld. Wenn er jemanden ohne diesen Umweg bekommen kann, tut er es lieber. Das heißt: Ihre Bewerbung kommt nicht ungelegen, sie erspart Aufwand.

Das dritte ist die Konkurrenz. In einer Großstadt bewerben sich auf eine Stelle Hunderte. In einem Fach, das vor Ort von fünf Betrieben ausgeübt wird, sind Sie unter Umständen der einzige, der sich in diesem Quartal gemeldet hat – gerade im Handwerk, wo Stellen oft gar nicht erst ausgeschrieben werden. Der Beitrag zum Handwerk in der Fläche beschreibt, wie man diese Betriebe überhaupt findet.

Was eine Initiativbewerbung leisten muss

Sie muss eine Frage beantworten, die eine normale Bewerbung nicht beantworten muss: Warum gerade dieses Haus. Bei einer Ausschreibung ist das klar – dort steht eine Stelle. Bei einer Initiativbewerbung ist es die ganze Botschaft.

Und genau hier scheitern die meisten. Ein Text, der mit „Ich bewerbe mich initiativ um eine Position in Ihrem Unternehmen" beginnt, sagt nichts und wird entsprechend behandelt. Ein Text, der mit einer konkreten Beobachtung über den Betrieb beginnt – was er tut, wo er arbeitet, was Ihnen aufgefallen ist –, wird gelesen, weil er zeigt, dass jemand hingesehen hat.

Nennen Sie außerdem die Stelle, die Sie sich vorstellen. Nicht „eine Position", sondern eine Aufgabe, die es in diesem Betrieb gibt. Ein Arbeitgeber, der selbst überlegen muss, wozu Sie taugen, überlegt nicht, sondern legt weg.

Und schreiben Sie hin, dass Sie aus der Gegend kommen. Für einen Betrieb, der schon zweimal jemanden an einen Frankfurter Arbeitgeber verloren hat, ist das kein netter Nebensatz, sondern ein Argument: Wer hier wohnt, pendelt nicht weg, sobald es unbequem wird. Warum lokale Arbeitgeber solche Signale anders gewichten, behandelt der Beitrag dazu, was der lokale Arbeitgeber anders liest.

Die Form

Kurz, konkret, vollständig. Ein Anschreiben, das auf eine Seite passt, ein Lebenslauf, der ohne Rückfragen verständlich ist, Zeugnisse als Anlage. Keine Mappe, keine Gestaltungsexperimente, keine Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren", wenn der Name auf der Internetseite steht.

Adressieren Sie an eine Person. In einem kleinen Betrieb ist das der Inhaber oder die Geschäftsführung; in einem mittleren die Bereichsleitung. Die Personalabteilung ist die richtige Adresse erst dort, wo es eine gibt – bei einem Regionalinstitut etwa, wo das Verfahren formaler läuft, wie der Beitrag zum Arbeiten bei Sparkasse und Volksbank zeigt.

Ein Punkt, über den viel gestritten wird: der Anruf vorher. Er ist nicht falsch, aber er ist riskant, wenn man ihn ohne konkreten Anlass führt. Nützlich ist er, wenn Sie eine echte Frage haben, deren Antwort Ihre Bewerbung verändert – etwa, ob der Betrieb in einem bestimmten Bereich überhaupt arbeitet. Nutzlos ist er, wenn er nur dazu dient, den Namen zu platzieren.

Der richtige Zeitpunkt

Es gibt keinen schlechten, aber es gibt bessere. Schicken Sie nicht im Hochsommer und nicht zwischen den Jahren, wenn der Inhaber im Urlaub ist und der Stapel wächst. Schicken Sie dann, wenn Sie einen Anlass haben – ein neues Projekt des Betriebs, ein Abschluss Ihrer Weiterbildung, eine Veränderung in Ihrer Verfügbarkeit.

Und rechnen Sie mit Verzögerung. Eine Initiativbewerbung wirkt oft nicht sofort, sondern in drei oder sechs Monaten, wenn jemand kündigt. Fragen Sie nach zwei bis drei Wochen einmal nach, höflich und kurz, und dann nicht mehr. Wer nachhakt, ohne zu drängen, bleibt in Erinnerung; wer drängt, bleibt es auch, nur anders.

Die Streuung ist der Feind

Der häufigste Fehler in diesem Format ist die Serienbewerbung. Zwanzig identische Texte an zwanzig Betriebe eines Orts funktionieren nicht – und in einer Gegend, in der die Inhaber sich untereinander kennen, fällt es zusätzlich auf. Drei sorgfältig geschriebene Bewerbungen an drei Betriebe, die Sie sich vorher angesehen haben, bringen mehr als zwanzig schnelle.

Und wenn Sie eine Absage bekommen: Behalten Sie den Kontakt. In einem kleinen Markt ist der Betrieb, der heute nichts hat, derselbe Betrieb, der in einem Jahr sucht. Wie man aus einer Absage eine Verbindung macht statt eines Schlussstrichs, beschreibt der Beitrag über die Absage und das Wiedersehen.

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Im Stellenmarkt stehen die offenen Stellen nach Ort geordnet – von Bad Homburg und Oberursel bis Idstein und Bad Schwalbach – und dahinter die Häuser, die sie ausschreiben.

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